Das Jugendteam der Wassersportfreunde Liblar bezwingt die Konkurrenz aus Berlin und gewinnt den Deutschland Cup

Es ist das größte Kanupoloturnier der Welt: Auf acht Spielfeldern misst sich die Kanupoloelite aus aller Welt jedes Jahr an Pfingsten auf dem Essener Baldeneysee. Mit dabei: Die Wassersportfreunde aus Liblar. Viktor May ist Kapitän der Jugendmannschaft und hat mit seinem Team den ganzen Winter durch trainiert, um das Turnier in der U16-Klasse zu gewinnen: „Das ist das zweitwichtigste Turnier im Jahr. Nur die Deutsche Meisterschaft ist noch mehr wert“. Doch die Konkurrenz ist groß. Vor allem die Berliner Mannschaften der Havelbrüder und des Kayak-Clubs Nord-West dominierten in den vergangenen Jahren im Nachwuchsbereich den Kanupolosport.
Direkt im ersten Gruppenspiel mussten die Liblarer am Samstagmorgen gegen die Havelbrüder Berlin ran. Diese schienen noch nicht ganz ausgeschlafen und trotz einigen eigenen Fehlern konnte der WSF das Spiel überraschend mit 3:1 für sich entscheiden. In den weiteren Gruppenspielen war Liblar nie ernsthaft in Gefahr. Gegen Meiderich (7:0), das Team „Sweden Blue“ (9:0), den DRC Neuburg (6:2) und das polnische Team UKS Kaniow (5:2) sicherte sich der WSF den Gruppensieg. In der Zwischenrunde musste Liblar dann Zweiter von drei Teams werden, um ins Halbfinale einzuziehen. Das gelang denkbar knapp. Gegen einen weiteren polnischen Verteter aus Choszczno spielten die Liblarer 2:2, gegen das Team “KCIS” aus Taipeh (1:2) gab es sogar die erste Turnierniederlage. Viktor selbstkritisch: „Wir kannten die beiden Mannschaften nicht und haben sie etwas unterschätzt.” Dank des besseren Torverhältnisses schafften es die Wasserssportfreunde trotzdem ins Halbfinale.
Dort trafen die Liblarer dann erneut auf die Turnierfavoriten Havelbrüder Berlin. Diesmal war die Mannschaft von Anfang an konzentriert. Insbesondere die Defensive stand hervorragend und die Berliner Ausnahmekönner kamen zu keinen klaren Wurfgelegenheiten. Ohne einmal zurück zu liegen erreichten die Jugendlichen mit einem souveränen 4:2 Sieg das Finale. Der Finalgegner KCNW Berlin zeigte sich von der Liblarer Halbfinalleistung beeindruckt und so konnte Liblar sich eine frühe 2:0 Führung erzielen und diese bis zur Halbzeit sogar auf 4:1 ausbauen. Darauf stellte Berlin auf eine aggressive Manndeckung um, aber Liblar blieb cool. Die Mannschaft verwaltete die Führung beeindruckend souverän und gewann schließlich deutlich mit 6:2.

Finalspiel: Jugendspieler des WSF-Liblar (Pink) gegen die Jugend des KCNW Berlin (Schwarz), Foto von Demin Miao
Finalspiel: Jugendspieler des WSF-Liblar (Pink) gegen die Jugend des KCNW Berlin (Schwarz), Foto von Demin Miao

Die Liblarer zeichnete dabei die Ausgeglichenheit in der Mannschaft aus. Alle Spieler strahlten Torgefahr aus und den Verteidigern war es nie möglich, sich auf einzelne Angreifer zu konzentrieren. So erzielte Philipp Ronnewinkel, der erst seit Ende letzter Saison im Boot sitzt, gleich zwei Treffer im Finale. Viktors Mannschaftskamerad Kai Hachenburg: „Die Berliner haben gute Einzelspieler, aber wir haben das beste Team!“
Jetzt richten Viktor und Kai ihre Blicke auf die Deutsche Meisterschaft, welche Mitte August ebenfalls am Baldeneysee ausgetragen wird. Trainer David Kaufmann: „Die Berliner Teams werden sich bis August steigern und die Havelbrüder sind noch immer in der Favoritenrolle. Aber wir haben jetzt gesehen, dass Berlin schlagbar ist. Ich hoffe, das gibt meinen Jungs die Motivation, in den nächsten Wochen noch härter an sich zu arbeiten.“

Finalspiel: Jugendspieler Kai Hachenburg (Nr. 3) und Hendrik Schrübbers (Nr. 1) des WSF-Liblar (Pink) gegen die Jugend des KCNW Berlin (Schwarz), Foto von Demin Miao
Finalspiel: Jugendspieler Kai Hachenburg (Nr. 3) und Hendrik Schrübbers (Nr. 1) des WSF-Liblar (Pink) gegen die Jugend des KCNW Berlin (Schwarz), Foto von Demin Miao

Der Erfolg des Jugendteams konnte die Wassersportfreunde über das Ausscheiden der Bundesligamannschaft hinwegtrösten. Das LK1-Team startete mit klaren Siegen gegen den Bundesligisten PSC Coburg (5:1) und den taiwanesischen Vertreter CPS Club (10:0) in die Gruppenphase. Anschließend folgte ein kleiner Rückschlag: Nach einer knappen Niederlage (4:5) gegen den Bundesligatabellenführer ACC Hamburg schien das Weiterkommen in Gefahr. Die Mannschaft um Nationalmannschaftskapitän Jonas Vieren behielt jedoch die Nerven und sicherte sich mit zwei weiteren Siegen gegen das italienische Team Mariner Roma (4:2) und den dänischen Verein KK Neptun (6:3) den zweiten Gruppenplatz und den Einzug ins Viertelfinale. Dort wartete mit dem Weltklasseteam vom niederländischen KV Deventer dann ein Hammerlos auf die Erftstädter. Der WSF schien davon zunächst unbeeindruckt. Liblar erspielte sich in der ersten Halbzeit eine hervorragende Ausgangsposition (2:1). Mit einer stabilen Defensive und schnellem Konterspiel zog der WSF Anfang der zweiten Hälfte auf 4:1 davon. Anschließend stellte Deventer auf Manndeckung um. Damit kamen die Wassersportfreunde nicht gut zurecht. Deventer gewann immer wieder den Ball, verkürzte zweimal und kurz vor Schluss gelang den Holländern sogar der 4:4 Ausgleich. Das Momentum war dann auf Seiten der Niederländer, welche sich in der Verlängerung mit dem Golden Goal den Halbfinaleinzug sicherten. „Gegen Deventer auszuscheiden ist keine Schande. Aber nach einer solchen Führung dürfen wir das Spiel nicht mehr aus der Hand geben.“ so Torwart Felix Eikmeier nach Spielende. Am Ende wurde das Bundesligateam sechster.

Gewinner des Deutschland Cup im Kanupolo in Essen: Jugend des WSF- Liblar (von links nach rechts): Viktor May, Hendrik Schrübbers, Philipp Ronnewinkel, Tiany Miao, Julius Helm, Kai Hachenburg Matthias Hecker
Gewinner des Deutschland Cup im Kanupolo in Essen: Jugend des WSF- Liblar (von links nach rechts): Viktor May, Hendrik Schrübbers, Philipp Ronnewinkel, Tiany Miao, Julius Helm, Kai Hachenburg, Matthias Hecker, Foto von Demin Miao

Nur kurz enttäuscht waren die jüngsten Wassersportfreunde. Wegen einer knappen Niederlage gegen den DJK Ruhrwacht verpasste das Schülerteam (U14) haarscharf das Halbfinale. Trainer Nikolaus Freimuth: „Gegen Ruhrwacht haben wir bisher meist gewonnen, aber heute hat einfach das Glück im Abschluss gefehlt.“ Der fünfte Platz von sechzehn Teams stellte am Ende trotzdem ein zufriedenstellendes Ergebnis dar.

Die neue U21, bestehend aus Svante May, Nikolaus Freimuth, Niklas Bresser, Tobi Ludwig und Jason Grüninger trat das erste Mal gemeinsam an. Die Mannschaft um Kapitän Nikolaus Freimuth wurde in der LK2 aufgestellt und konnte sich am ersten Spieltag gut behaupten. Nach einem 4:3 gegen den WSV Niederrhein und einem 8:4 gegen Skovshoved Dynamic aus Dänemark verloren sie im 3. Spiel des Tages gegen das Team Austria 6:3, welche mit drei Auswechselspielern im Vorteil gegenüber der WSF-U21, die den gesamten Turnierverlauf
ohne Auswechselspieler bestreiten musste. Am Sonntag folgten den knappen Niederlagen gegen den MKSF Mülheim (3:5) und KRM Essen 2 (3:5) ein Unentschieden gegen VMW Berlin (4:4). Das Spiel um den 5. Platz verlor das Team letztlich gegen Austria. Im letzten Spiel traf die U21 auf  Flensborg Roklub aus Dänemark, verlor knapp (3:4) und belegte damit den 8. Platz von 16 Mannschaften der LK 2.

 

Die Mannschaft ist der Star
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